Warum ein hervorragender Hund ein Verlierer sein kann.

Bevorzugter Rassetyp

Warum ein hervorragender Hund ein Verlierer sein kann.

E. Katie Gammill, AKC Richter, TheDogPlace.org Ausstellung Editor

Der Beste der Besten oder einer, der wie der Rest aussieht?

Der sogenannte "Bevorzugter Rassetyp" überschwemmt die Schauringe heute und in vielen Rassen, hat aber wenig zutun mit dem Rassestandard. Wenn "aktueller Typ" nichts mehr mit Korrektheit zu tun hat, kann der beste Hund gegen den Rest verlieren, weil er sich in vielen Punkten von den anderen Hunden im Ring unterscheidet. Eine Ausstellungs- und Züchterkollegin von mir besucht zum ersten Male nach vielen Jahren Ausstellungspause eine Schau mit mir. Sie freute sich sehr darauf ihre einst geliebte Rasse wieder im Ring sehen zu können. Nach wenigen Minuten am Ringrand wird es offensichtlich, dass ihr einiges missfällt. Richtig blass wird sie, nachdem sie sieht, dass ein wirklich unterdurchschnittlicher Hund als BOB den Ring verlässt.

Die abnehmende Qualität in ihrer schönen Rasse bricht ihr das Herz. Sie erklärte, das es heute wenig Sinn ergeben würde einen korrekten Hund auszustellen, da Richter offensichtlich eher darauf bedacht seien solche Hunde zu platzieren, die sich am meisten ähneln und dessen Typ heute auf Ausstellungen gefragt ist, als dass sie auf Korrektheit achten. Nachdem wir gemeinsam anderen Rassen in ihren Ringen zuschauten, stellt sie fest, dass durch die Bank weg die Hälse kürzer geworden sind, die Vorhand steiler und dass kaum noch ein Hund so richtig von hinten „schiebt“. Die Diskussion setzte sich mit freudig getragenen Ruten und der Entwicklung der neuen Rassetypen fort.

Wir beobachteten weiterhin, dass die damaligen langhaarigen Hunde heute zwar ihr Fell über den Boden schleifen können, jedoch kaum einer mehr korrekte Bewegungsabläufe zeigte. Schwache Fesseln, Fehlstellungen der Gliedmaßen und ein allgemeiner Mangel an Balance waren weit verbreitet. Meine Freundin fragte sich, was in so kurzer Zeit ihrer Abwesenheit vom Ring geschehen ist, um eine ehemals funktionsfähige Rasse dermaßen zu degradieren. Es erschien ihr, dass die Korrektheit der Perfektion des Mittelmaßes zum Opfer gefallen ist.

Heute entscheiden viele Züchter und Besitzer, ihre korrekten Hunde nicht mehr im Schönheitsring zu zeigen, sondern wenden sich stattdessen dem Hundesport zu. Sie haben die Lust auf die „Farce“ verloren. Diese und folgende Aussagen treffe ich in dem Bewusstsein, dass ich eventuell geteert und gefedert werde. Es ist sehr gut möglich, dass der Beste Hund, den Sie je züchten werden, der Hund sein wird, bei dem es am schwierigsten ist, den Championtitel zu erkämpfen - aus dem ganz einfachen Grund, dass er sich anders als der Durchschnitt von der Rasse abhebt. Der Hauptgrund hierfür ist bei unsicheren Richtern zu suchen, die eher den am häufigsten vertretenen Typ platzieren, als dass sie sich für einen korrekten Hund aus dem Fenster lehnen würden. Die Frage ergibt sich nun, ob unsichere Richter Hunde richten sollten?

Meine alte Ratgeberin aus meinen Anfangszeiten hat immer gesagt, dass das Pendel des Rassetypes immer in die eine oder anderen Richtung tendieren wird, dass am Ende aber immer die Korrektheit siegen wird. Züchter mit dieser Einstellung können eine Rasse noch retten, wenn sie schon fast am Boden zerstört ist.Sollte ein Richter nun einen Hund hervorheben, von dem er der Meinung ist, dass dieser allgemeine Rassefehler ausmerzen könnte? NEIN! Es liegt in der Verantwortung der Züchter einen solchen Hund einzusetzen - egal, ob er erfolgreich im Ring ist oder nicht. Richter müssen sich an den geschriebenen Standard halten und nach bestem Wissen und Gewissen urteilen. Sie werden es sicherlich vermeiden eine phänotypische Katastrophe zu platzieren, jedoch kann ein Richter nicht entscheiden wie der eine oder andere Hund genotypisch einzuschätzen ist.

Ein angesehener Hundeexperte sagte auf einem Seminar einmal: „Ein Richter macht nie einen Fehler, Hunde als Sieger aufzustellen, die der Mehrheit des Types im Ring an diesem speziellem Tag entsprechen.“ Ich stimmte ihm 100% zu. Heute würde ich dies nicht mehr tun nachdem ich einem Allgemeinrichter im Ring beobachtete, der zwei wirklich korrekte Hunde ohne Platzierung aus dem Ring schickte, weil sie „anders“ aussahen. Sie hatten mit den anderen Karrikaturen im Ring nichts gemeinsam.

(Übersetzung von Stephanie Yates)

LUA Dalmatian Selia